Rechtliches

Jod

Jod wurde 1811 entdeckt und aufgrund der Farbe seines violetten Dampfes nach dem griechischen Wort für „veilchenfarbig“ (ioeidis) benannt.

Jod ist essenziell für die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse, und ein Mangel führt dazu, dass diese nicht mehr in ausreichender Menge Schilddrüsenhormone produzieren kann.

Sowohl eine Über- als auch Unterfunktion mit Jod können zu einer Störung der Schilddrüsenfunktion führen. Generell schaden höhere Dosen einer gesunden Schilddrüse in den meisten Fällen aber nicht, da diese sich durch Hemmung der Jodaufnahme schützen kann.

Allerdings reagieren etwa 10 Prozent der Deutschen überempfindlich auf Jod. Ihnen wird die Nahrungsaufnahme aufgrund mangelnder Transparenz in der Lebensmittelkennzeichnung in Bezug auf die Verwendung von Jodsalz in Produkten unnötig erschwert.

Ebenfalls können Mängel der Nährstoffe Selen, Vitamin A, Zink und Eisen die Jodverwertung verringern. Außerdem kann auch Vitamin D eine Rolle in der Gesundheit der Schilddrüse spielen.

Der Jodgehalt der Lebensmittel hängt stark von der Konzentration dieses Elements im Boden ab.

Wenn kein Jodsalz verwendet wird, erreichen in Deutschland 96 Prozent der Männer und 97 Prozent der Frauen nicht die Empfehlungen für die Jodzufuhr.

Trotz der eingeführten Jodsalzprophylaxe weisen ca. 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland einen Jodmangel auf. Zu beachten ist, dass Jodsalz die „Gefahr“ eines hohen Langzeitkonsums von Kochsalz birgt, was wiederum zur angestrebten Prophylaxe des Bluthochdrucks im Widerspruch steht.

Das von einigen Seiten als natürliche Jodquelle beworbene Meersalz enthält nicht genügend Jod, um den täglichen Bedarf des Menschen zu decken.

Algen hingegen stellen generell eine gute Jodquelle dar. Allerdings kann der Jodgehalt in Algen stark schwanken, so dass einige von ihnen wiederum keine geeigneten, weil wenig berechenbare Jodlieferanten sind.

Algen, die geeignet sind, sind unter anderem Nori-Blätter, Meeressalat und Lithothamnium calcareum (Letztere finden auch oft Verwendung in Pflanzendrinks + Kalzium).

Ist ein Jodmangel diagnostiziert, kann auf Supplemente zurückgegriffen werden, die eine definierte Jodmenge enthalten (z.B. Kelp Tabletten)

Jod gilt global als ein Mangelnährstoff, wobei vor allem Personen mit einem erhöhten Bedarf (Schwangere, Stillende, Kleinkinder) betroffen sind- die Problematik ist demnach nicht spezifisch für vegan lebende Personen.

Starke Raucher sind im Vergleich zu der nichtrauchenden Restbevölkerung noch stärker von einem Jodmangel betroffen, weil das Cyanid im Zigarettenrauch die Jodaufnahme der Schilddrüse vermindern kann.

In welcher Konzentration ein pflanzliches Lebensmittel Jod enthält, hängt neben der Fähigkeit der Pflanze zur Akkumulierung (Speicherung) von Jod vor allem vom Jodgehalt des Bodens ab.

Dies stellt einen Grund dar, weshalb auch Tierfutter mit Jod angereichert wird.

So kann man zusammenfassend sagen:

Das Spurenelement Jod hat eine essenzielle Funktion für die Schilddrüse, da es Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist, die u.a. auf den Protein-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel wirken und eine Rolle bei Wachstums- und Gehirnentwicklung sowie bei der Knochenentwicklung spielen.

Ein besonderes Augenmerk sollte auf Schwangerschaft und Stillzeit gelegt werden, da ein nicht behobener Mangel während der Schwangerschaft sich auf die Entwicklung des Embryos und des Fötus auswirken und Wachstums-, Entwicklungs- und Organstörungen beim Kind hervorrufen kann.

 

Ecodemy
Vegan-Klischee ade!
Ernährungsmedizin (Bundesärztekammer)

Bildquelle: ©vchalup – stock.adobe.com