Rechtliches

Eisen

Die Eisenversorgung stellt ein globales Problem dar. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich dabei um einen der häufigsten Nährstoffmängel.

Eisen kommt in pflanzlichen Lebensmitteln in einem ausreichenden Umfang vor, nur sind teilweise zusätzlich Inhaltsstoffe enthalten, welche die Aufnahme von Eisen und damit die Bioverfügbarkeit beeinflussen können – negativ, aber auch positiv.

Eisen übernimmt eine Vielzahl wichtiger Funktionen in unserem Körper. Dazu zählen unter anderem Sauerstofftransport, Sauerstoffspeicherung, Energiegewinnung in den Zellen und Eisen ist ebenfalls für die Immunabwehr von Bedeutung.

Des Weiteren ist Eisen wichtig für unsere Gehirnfunktion und die Synthese von Botenstoffen wie Neurotransmitter und Hormone.

Auch bei der Blutbildung im Knochenmark und der Zellbildung ist Eisen von großer Bedeutung.

Der Eisenbedarf wird durch die Eisenverluste definiert.

Frauen in der Phase vor der Menopause haben aufgrund der regelmäßigen Menstruation und dem damit verbundenem Blutverlust einen höheren Eisenbedarf als Männer.

In der Schwangerschaft ist eine Verdoppelung der Eisenversorgung notwendig, da in der Schwangerschaft die Eisenspeicher des Kindes aufgefüllt werden. Auch in der Stillzeit ist der Eisenbedarf noch erhöht, um die Eisenspeicher der Mutter wieder aufzufüllen.

Die Resorptionsrate bzw. Bioverfügbarkeit wird durch viele Faktoren beeinflusst, wie die chemische Form und fördernde und hemmende Nahrungsbestandteile. Ebenso nimmt der Versorgungsstatus einen Einfluss darauf, da z.B. bei einem Eisenmangel die Resorptionsrate um das 2- bis 3-fache erhöht werden kann.

Eisen ist sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln zu finden, jedoch unterschiedlich bioverfügbar.

Der Körper kann die Aufnahme von tierischem Hämeisen kaum beeinflussen, aufgrund der prothetischen Gruppe des Eisenions, welches wie ein schützender Ring fungiert und somit das Eisenion vor Wechselwirkungen mit anderen Lebensmittelinhaltsstoffen schützt. Daher kann es schnell zu einer Überversorgung kommen.

Eine Überversorgung kann möglicherweise mit gesundheitlichen Nachteilen einhergehen, da das geladene Metallion als freies Radikal unsere Zellen schädigen kann.

Offizielle Fachgesellschaften empfehlen, die Aufnahme von Hämeisen (also Eisen tierischem Ursprungs) zu reduzieren, weil es eine ganze Reihe von Metaanalysen gibt, die einen Zusammenhang zwischen dem vermehrten Konsum von Hämeisen und dem Auftreten von Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen und einigen Krebsarten aufzeigen.

Der Körper kann die Aufnahme von Nicht-Hämeisen besser koordinieren, da Nicht-Hämeisen diesen schützenden Ring nicht hat.

Das bedeutet, sind wir gut mit Eisen versorgt, nimmt der Körper weniger Eisen auf. Sind wir schlecht versorgt, erhöht der Körper die Eisenaufnahme.

Da pflanzliches, sogenanntes Nicht-Hämeisen, zur Bildung von Komplexen neigt, wird es vom Körper schlechter verwertet als Hämeisen.

Fördernde Faktoren für der Eisenresorption sind:

  • Vitamin C
  • Organische Säuren wie Zitronensäure, Apfelsäure oder Milchsäure aus fermentierten Lebensmitteln
  • Beta-Carotin
  • Schwefelhaltige Substanzen wie Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebeln
  • Einweichen und Keimen
  • Fermentieren
  • Niedrige Eisenspeicher

Hemmende Faktoren für die Eisenresorption sind:

  • Phytate in Hülsenfrüchten oder auch Vollkorngetreide
  • Oxalsäure in Spinat, Rhabarber, Mangold, Rote Beete etc.
  • Polyphenole (Tannine) aus schwarzem und grünem Tee, Kaffee und Wein
  • Ballaststoffe
  • Calcium / Zink und andere zweiwertige Kationen
  • Bestimmte Medikamente
  • Alkohol
  • Adipositas (Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit Übergewicht eine schlechtere Eisenabsorption besitzen, dies könnte mit der höheren subklinischen Entzündungsrate erklärt werden)
  • Gefüllte Eisenspeicher

Gute pflanzliche Eisenquellen sind unter anderem:

  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Kidneybohnen, Kichererbsen…
  • Nüsse und Ölsaaten wie Kürbisskerne, Mandeln, Leinsamen…
  • Getreide und Pseudogetreide wie Amaranth, Hirse, Haferflocken…
  • Gemüsesorten wie Spinat, Fenchel, Champignons, Feldsalat …
  • Trockenfrüchte wie Pfirsich, Aprikosen, Datteln…

Durch geschickte Kombinationen und Verarbeitung ist es möglich, die Bioverfügbarkeit von Eisen positiv zu beeinflussen.

Eine Supplemtierung sollte nur bei einem diagnostischen Mangel in Erwägung gezogen werden, aufgrund der möglichen Wirkung von Eisen als Prooxidans und der damit verbundenen zellschädigenden Wirkung.

Ein manifester Mangel kann zu einer Anämie führen (Mangel an roten Blutkörperchen).

Hierzulande ist die Bevölkerung eher von einem latenten Eisenmangel betroffen. Unsere Zellen werden dabei nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Mögliche Symptome können sein:

  • Müdigkeitserscheinungen
  • Kopfschmerzen
  • Blässe
  • Lern- und Konzentrationsstörungen
  • Störung von Haar- und Nagelwachstum
  • Hautveränderungen
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Infektanfälligkeit

Fazit:

Der Organismus kann sich an eine ausschließliche Nicht-Hämeisen-Zufuhr aus Pflanzen gut anpassen, die Absorptionsrate erhöhen und die Ausscheidungsverluste reduzieren.

Das Ziel sollte nicht eine möglichst hohe, sondern eine bedarfsdeckende Eisenzufuhr sein.

 

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